Ameisen in Pflasterfugen: warum die Fuge entscheidet

Ameisen in Pflasterfugen: warum die Fuge entscheidet

Ameisen in der Pflasterfuge sind kein Schädlingsproblem, sondern ein Fugenproblem. Sie nisten dort, weil loser Fugensand alles bietet, was ein Nest braucht: grabbares Material, Wärme und Schutz vor Regen. Solange die Fuge locker bleibt, kommt nach jedem bekämpften Volk das nächste.

Das erklärt, warum Köder und Streumittel im Frühjahr wirken und im Sommer wieder Sand auf den Platten liegt. Sie erreichen das Volk, nicht die Ursache.

Warum ausgerechnet die Pflasterfuge

In Terrassen und Einfahrten nistet fast immer die Schwarze Wegameise. Sie sucht trockene, warme Stellen mit lockerem Substrat, und eine Sandfuge zwischen aufgeheizten Steinen ist genau das. Der Belag darüber hält Regen ab, die Steine speichern Wärme, der Sand lässt sich mühelos ausgraben.

Dabei entsteht ein Kreislauf, den man an der Oberfläche sieht: Die Tiere tragen Sand nach oben, die Fuge sackt ab, es entsteht mehr Hohlraum, das Nest wächst. Der kleine Sandhügel auf der Platte ist ausgegrabenes Fugenmaterial.

Warum Bekämpfung allein nicht reicht

Köderdosen und Streumittel wirken gegen das vorhandene Volk. Am Nistplatz ändern sie nichts. Eine leere, lockere Fuge ist für die nächste Königin genauso attraktiv wie für die vorige, und die Terrasse ist im Frühjahr wieder besiedelt.

Dazu kommt: Das Nest sitzt oft tiefer als die Fuge, im Splittbett unter dem Belag. Was oben behandelt wird, erreicht nur einen Teil.

Bei Hausmitteln ist eine Grenze zu beachten. Salz und Essig sind auf befestigten Flächen nicht zulässig, das Pflanzenschutzrecht verbietet den Einsatz auf versiegelten und teilversiegelten Flächen. Kochendes Wasser wirkt oberflächlich, erreicht tiefer liegende Nester aber ebenfalls nicht und schadet angrenzenden Pflanzen.

Was eine feste Fuge ändert

Ein Polymer-Fugenmaterial wird trocken eingekehrt, verdichtet und gewässert. Dabei bindet es ab und steht als zusammenhängender Körper in der Fuge, statt lose darin zu liegen. Damit fehlt das grabbare Material. Eine verfestigte Fuge bietet keinen Raum, in dem sich Gänge anlegen lassen.

Wichtig ist dabei die Einordnung: Das Material bekämpft keine Ameisen und ist kein Insektenmittel. Es nimmt ihnen den Nistplatz, mehr nicht. Die Tiere verschwinden nicht aus dem Garten, sie bauen ihr Nest woanders.

Pflasterfläche mit gleichmäßig gefüllten, verfestigten Fugen ohne Ausgrabungen
Eine geschlossene Fuge bietet weder Unkraut noch Ameisen Angriffsfläche.

Ehrlich dazu: was eine feste Fuge nicht leistet

  • Ein bestehendes Nest verschwindet nicht sofort. Sitzt es unter dem Belag im Splittbett, bleibt es zunächst dort. Es verliert nur den Zugang nach oben.
  • Ameisen im Beet oder Rasen bleiben. Die Fuge ist ein Nistplatz von vielen.
  • Bei starkem Befall lohnt die Reihenfolge: erst das vorhandene Volk behandeln, dann die Fuge schließen. Umgekehrt arbeiten die Tiere unter Umständen noch eine Weile im frisch verfüllten Material.
  • Eine zu flache Fuge hilft auch verfestigt nicht. Unter 40 Millimetern Fugentiefe hält keine Polymerfuge dauerhaft.

So bekommen Sie die Fuge dicht

Die alte Fuge muss raus, und zwar mindestens 40 Millimeter tief. Bei einem Ameisenbefall ist das ohnehin sinnvoll, weil dabei auch die Gänge im oberen Bereich entfernt werden. Freilegen, ausblasen oder aussaugen, dann trocken einkehren, verdichten, abkehren und mit feinem Sprühnebel wässern.

Gearbeitet wird bei 8 bis 30 Grad und trockener Witterung. Nach etwa drei Stunden ist die Fläche regenfest, nach drei Tagen befahrbar. Den vollständigen Ablauf beschreibt unser Beitrag Pflastersteine verfugen ohne Unkraut.

Die Körnung richtet sich nach der Fugenbreite: Körnung 701 für Fugen von 2 bis 7 Millimetern, Körnung 705 ab 8 Millimetern. Wie viel Material Ihre Fläche braucht, rechnet der Materialrechner aus.

Häufige Fragen

Tötet Polymerfugensand Ameisen?

Nein. Er enthält kein Insektenmittel und ist kein Bekämpfungsprodukt. Die verfestigte Fuge bietet lediglich keinen Raum mehr zum Nisten.

Muss ich die Ameisen vorher bekämpfen?

Bei einem starken, sichtbaren Befall ist das die sinnvollere Reihenfolge. Bei einzelnen Nestern genügt es meist, die Fuge sauber freizulegen und neu zu verfüllen.

Warum kommen die Ameisen nach dem Verfugen trotzdem noch?

Wenn das Nest unter dem Belag sitzt, dauert es, bis die Tiere abwandern. Sie suchen dann andere Ausgänge, etwa am Rand der Fläche oder an Anschlüssen. Neue Sandhügel mitten auf der Fläche sollten aber ausbleiben.

Hilft eine feste Fuge auch gegen Unkraut?

Ja, aus demselben Grund. Was keinen Hohlraum und kein loses Feinmaterial findet, wurzelt dort nicht. Beides ist derselbe Effekt einer geschlossenen Fuge.

Wenn Sie den Kreislauf durchbrechen wollen

Prüfen Sie zuerst die Fugentiefe. Erreicht sie 40 Millimeter, ist eine dauerhaft verfestigte Fuge die Lösung, die auch das Unkrautproblem miterledigt. Welche Körnung und Farbe zu Ihrem Belag passt, sehen Sie im Sortiment an unkrauthemmendem Fugenmaterial, hergestellt in Schleswig-Holstein und versandkostenfrei ab 44,50 Euro.

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