Unkraut in Pflasterfugen: was hilft und was verboten ist

Unkraut in Pflasterfugen: was hilft und was verboten ist

Gegen Unkraut in Pflasterfugen gibt es zwei grundverschiedene Wege. Der eine entfernt, was gewachsen ist. Der andere nimmt dem Unkraut die Grundlage. Alles, was nur die Pflanze angeht, wirkt eine Saison. Was die Fuge schließt, wirkt Jahre.

Und zwei der gängigsten Hausmittel sind auf Terrassen und Einfahrten gar nicht erlaubt.

Warum in der Fuge überhaupt etwas wächst

Eine offene Sandfuge sammelt mit der Zeit Staub, Blütenreste und Erde. Zusammen mit Feuchtigkeit und dem Hohlraum im losen Sand ergibt das einen schmalen Pflanzstreifen zwischen den Steinen. Wer nur oben abkratzt, lässt genau diese Grundlage liegen.

Ausführlich steht das in unserem Beitrag Pflastersteine verfugen ohne Unkraut.

Neun Mittel im Vergleich

Mittel Wirkt Hält Nachteil
Fugenkratzer, Unkrautstecher sofort Wochen Handarbeit, lockert die Fuge weiter auf
Abflammgerät sofort Wochen Wurzel bleibt, Brandgefahr, bei Trockenheit teils untersagt
Kochendes Wasser sofort Wochen erreicht die Wurzel nicht, schadet Randbepflanzung
Hochdruckreiniger sofort kurz 🔴 spült die Fuge aus und verschlimmert das Problem
Salz, Essig teilweise Wochen 🔴 auf befestigten Flächen nicht zulässig
Pflanzenschutzmittel gut Monate 🔴 auf befestigten Flächen genehmigungspflichtig
Loser Fugensand nachkehren vorbeugend eine Saison wird ausgewaschen, jährliche Arbeit
Fugensplitt vorbeugend 1 bis 2 Jahre sackt nach, Feinmaterial sammelt sich wieder
Polymer-Fugenmaterial vorbeugend mehrere Jahre braucht 40 mm Fugentiefe, nicht überall einsetzbar

Die ersten sechs Zeilen behandeln die Pflanze, die letzten drei die Fuge. Das ist der eigentliche Unterschied, und er erklärt, warum viele Flächen jedes Frühjahr dieselbe Arbeit machen.

Was auf befestigten Flächen nicht erlaubt ist

Salz und Essig gehören nicht auf die Terrasse. Das Pflanzenschutzrecht untersagt den Einsatz auf versiegelten und teilversiegelten Flächen, weil die Mittel ungefiltert ins Grundwasser gelangen. Bußgelder sind möglich, und der Effekt hält ohnehin nur wenige Wochen.

Auch zugelassene Unkrautvernichter sind dort nicht frei anwendbar. Auf Flächen, die weder landwirtschaftlich noch gärtnerisch genutzt werden, ist die Anwendung nur mit Ausnahmegenehmigung der zuständigen Behörde zulässig. Das betrifft Terrassen, Einfahrten, Gehwege und Hofflächen, unabhängig davon, ob das Mittel frei im Handel erhältlich ist.

Wir sind keine Rechtsberatung, und im Zweifel gibt Ihre Gemeinde Auskunft. Der praktische Punkt bleibt aber derselbe: Für befestigte Flächen ist die mechanische oder bauliche Lösung nicht nur die haltbarere, sondern auch die unproblematische.

Der Hochdruckreiniger ist der teuerste Fehler

Er entfernt das Grün zuverlässig und in einem Durchgang, und genau darin liegt das Problem. Der Strahl nimmt nicht nur die Pflanze mit, sondern auch den Fugensand. Zurück bleibt eine tiefere, leerere Fuge, in der sich im nächsten Jahr mehr ansammelt als vorher.

Wer den Hochdruckreiniger benutzt, sollte danach neu verfugen. Sonst arbeitet man gegen sich selbst.

Pflasterfläche mit gleichmäßig gefüllten Fugen ohne Bewuchs
Eine geschlossene Fuge bietet weder Hohlraum noch Feinmaterial, in dem etwas wurzeln könnte.

Was eine verfestigte Fuge leistet

Polymer-Fugenmaterial wird trocken eingekehrt, verdichtet und gewässert. Dabei bindet es ab und steht als zusammenhängender Körper in der Fuge. Hohlraum und loses Feinmaterial verschwinden, und damit die Grundlage für Sämlinge.

Die Fläche bleibt dabei wasserdurchlässig, und die Fuge bleibt flexibel. Sie ist nicht mit einer Mörtelfuge vergleichbar und soll es auch nicht sein.

Und was sie nicht leistet

  • Sie braucht 40 Millimeter Fugentiefe. Bei flacheren Fugen, etwa bei dünnen Terrassenplatten, ist sie nicht die richtige Wahl. Dazu unser Beitrag Terrassenplatten verfugen.
  • Sie ersetzt keine Reinigung. Was sich oben auf der Fuge ablagert, bleibt liegen. Kehren gehört weiter dazu, nur eben ohne Ausgraben.
  • Sie ist nicht für jeden Aufbau gedacht. Dauernässe, gebundene Bauweise und wasserundurchlässige Unterbauten schließen sie aus.
  • Sie ist keine Chemie. Es wirkt die Bauweise, nicht ein Mittel. Wer einen Wirkstoff erwartet, erwartet das Falsche.

Häufige Fragen

Was hilft am schnellsten?

Abflammen oder Fugenkratzer. Beides sieht am selben Tag gut aus und ist in wenigen Wochen wieder da, weil die Fuge unverändert bleibt.

Was hält am längsten?

Eine verfestigte Fuge, sofern die Fugentiefe stimmt. Danach folgen Fugensplitt und loser Sand mit deutlichem Abstand.

Kann ich Unkrautvernichter aus dem Baumarkt auf der Einfahrt verwenden?

Nicht ohne Weiteres. Auf befestigten Flächen ist die Anwendung genehmigungspflichtig, auch bei frei verkäuflichen Mitteln. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Gemeinde nach.

Muss ich die Fuge vor dem Neuverfugen komplett leeren?

Ja, mindestens 40 Millimeter tief. Wer nur die obere Schicht austauscht, hat unten weiter den alten Hohlraum, und die neue Fuge sackt nach.

Wenn Sie es einmal richtig machen wollen

Prüfen Sie zuerst die Fugentiefe, dann die Fugenbreite. Stimmt die Tiefe, wählen Sie die Körnung nach der Breite: Körnung 701 für 2 bis 7 Millimeter, Körnung 705 ab 8 Millimetern. Die Menge rechnet der Materialrechner aus.

Das gesamte Sortiment gibt es in sieben Farben und zwei Gebindegrößen, hergestellt in Schleswig-Holstein, versandkostenfrei ab 44,50 Euro.

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