Terrassenplatten verfugen: ab welcher Plattendicke es funktioniert

Terrassenplatten verfugen: ab welcher Plattendicke es funktioniert

Nicht jede Terrasse lässt sich mit Polymersand verfugen. Über die Eignung entscheidet nicht das Material der Platte und nicht ihr Preis, sondern eine einzige Zahl: die Fugentiefe muss mindestens 40 Millimeter betragen. Und die hängt direkt an der Plattendicke.

Das heißt in der Praxis: Platten unter 4 Zentimetern Dicke können Sie mit POLYSAND nicht dauerhaft verfugen. Wir sagen das lieber vorher als hinterher.

Fugensand wird mit dem Besen diagonal in die Fugen eines Plattenbelags eingekehrt
Verfugt wird trocken und diagonal, aber nur wenn die Fuge tief genug ist.

Warum die Fugentiefe über die Haltbarkeit entscheidet

Eine Polymerfuge hält, weil sie als zusammenhängender Körper in der Fuge steht. Ist sie zu flach, fehlt ihr die Verzahnung nach unten. Sie sackt beim ersten Frost ab, reißt an den Rändern und wäscht sich mit der Zeit aus.

Bei Pflastersteinen ist das selten ein Problem, weil Pflaster typischerweise 6 bis 8 Zentimeter hoch ist. Bei Terrassenplatten wird es zur entscheidenden Frage, denn viele moderne Beläge sind bewusst dünn gebaut.

Welche Terrassenplatten sich eignen

Belag Übliche Dicke Mit POLYSAND verfugbar?
Betonplatten 4 bis 5 cm Ja
Naturstein, gesägt 3 bis 6 cm Ab 4 cm ja
Keramik und Feinsteinzeug 2 cm Nein, zu flach
Feinsteinzeug in 3 cm 3 cm Nein, zu flach
Betonpflaster 6 bis 8 cm Ja, der Regelfall

Der Grenzfall liegt bei 4 Zentimetern. Eine Platte in dieser Stärke ergibt eine Fuge, die genau die geforderte Tiefe erreicht, vorausgesetzt die Fuge ist bis zur Unterkante frei und nicht mit Verlegematerial gefüllt.

Messen Sie im Zweifel nach, bevor Sie bestellen. Die Plattendicke steht auf dem Lieferschein, und die tatsächliche Fugentiefe prüfen Sie mit einem dünnen Stab an einer freigekratzten Fuge.

Die Verlegeart entscheidet mit

Selbst bei ausreichender Plattendicke gibt es Aufbauten, in denen eine Polymerfuge nicht funktioniert:

  • Splittbett, ungebunden. Der Regelfall und die Voraussetzung. Wasser kann versickern, die Fuge bleibt flexibel.
  • Stelzlager. Hier gibt es konstruktiv keine Fuge zum Verfüllen, die Platten liegen mit offenem Abstand auf Punktauflagern. Polymersand ist hier nicht vorgesehen.
  • Mörtelbett, gebunden. Verlangt eine gebundene Fuge. Eine Polymerfuge ist nicht mit einer Mörtelfuge vergleichbar und gehört nicht in diesen Aufbau.
  • Drainmörtel. Ebenfalls gebundene Bauweise, dasselbe gilt.
  • Dichter Unterbau. Liegt unter dem Splitt eine Betonplatte ohne Ablauf, staut sich Wasser in der Fuge. Dauernässe schließt die Anwendung aus.

Wenn die Platte zu dünn ist

Bei 2-Zentimeter-Keramik auf Splitt bleiben Ihnen zwei Wege, und ehrlicherweise gehört keiner davon zu unserem Sortiment.

Entweder Sie belassen die Fuge offen und nehmen regelmäßiges Nachkehren und Unkrautjäten in Kauf. Oder Sie verwenden ein Fugenmaterial, das ausdrücklich für geringe Einbautiefen freigegeben ist, wie es einige Hersteller für den Plattenbereich anbieten.

Was Sie nicht tun sollten: eine 20 Millimeter tiefe Fuge mit einem Material füllen, das 40 fordert. Das hält eine Saison und sieht danach schlechter aus als vorher.

Welche Körnung bei Terrassenplatten

Gesägte Platten liegen meist mit engen Fugen, Naturstein und antike Beläge mit breiteren. Die Körnung richtet sich nach der Fugenbreite, nicht nach dem Material:

Fugenbreite Körnung Typisch bei
2 bis 7 mm POLYSAND 701 gesägten Beton- und Natursteinplatten
8 bis 30 mm POLYSAND 705 unregelmäßigem Naturstein, antiken Belägen

Bei gemischten Fugenbreiten auf einer Fläche entscheidet die überwiegende Breite. Wie viel Material Sie brauchen, hängt zusätzlich von Plattenformat und Fugentiefe ab; das rechnet Ihnen der Materialrechner aus.

So verfugen Sie eine geeignete Terrasse

Der Ablauf ist derselbe wie bei Pflasterflächen: einkehren, verdichten, abkehren, bewässern. Gearbeitet wird bei 8 bis 30 Grad und trockener Witterung, nach etwa drei Stunden ist die Fläche regenfest, nach drei Tagen befahrbar.

Zwei Punkte sind bei Platten wichtiger als bei Pflaster. Erstens haben große Platten mehr durchgehende Fugenlinien, in denen sich Material beim Verdichten setzt; arbeiten Sie deshalb in zwei Durchgängen nach. Zweitens sind Plattenoberflächen oft empfindlicher als Betonstein. Kehren Sie besonders gründlich ab, bevor Sie wässern, und legen Sie bei saugenden oder rauen Oberflächen vorher eine Musterfläche an.

Die vollständige Anleitung mit allen Arbeitsschritten steht in unserem Beitrag Pflastersteine verfugen ohne Unkraut.

Häufige Fragen

Meine Platten sind 3 cm dick, geht das wirklich nicht?

Nein. Die geforderten 40 Millimeter Fugentiefe sind bei einer 3 Zentimeter starken Platte konstruktiv nicht erreichbar. Eine flachere Fuge sackt ab und reißt, meist nach dem ersten Winter.

Kann ich die Fuge unter der Platte tiefer ausbilden?

In der Praxis nicht. Unter der Platte liegt das Splittbett, das die Platte trägt. Wer dort Material entfernt, nimmt der Platte die Auflage.

Wie messe ich die Fugentiefe richtig?

Kratzen Sie eine Fuge an einer unauffälligen Stelle frei und führen Sie einen dünnen Stab oder einen Zollstock ein, bis er aufsitzt. Der Wert bis zur Plattenoberkante ist die nutzbare Fugentiefe. Bei bestehenden Flächen ist sie oft geringer als die Plattendicke, weil Verlegematerial hochsteht.

Gilt die 40-mm-Regel auch für kleine Flächen?

Ja. Sie folgt aus der Bauweise, nicht aus der Flächengröße. Auf zwei Quadratmetern versagt eine zu flache Fuge genauso wie auf zwanzig.

Bevor Sie bestellen

Drei Zahlen genügen für die Entscheidung: Plattendicke, nutzbare Fugentiefe und Fugenbreite. Stimmt die Tiefe, wählen Sie die Körnung nach der Breite und rechnen die Menge mit dem Materialrechner aus.

Sind Sie unsicher, ob Ihr Belag passt, schreiben Sie uns kurz mit Plattenmaß und Aufbau. Wir stellen POLYSAND selbst her und sagen Ihnen ehrlich, wenn es nicht das richtige Material für Ihre Fläche ist. Passt es, finden Sie das gesamte Sortiment an unkrauthemmendem Fugenmaterial in sieben Farben, versandkostenfrei ab 44,50 Euro.

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