Pflastersteine verfugen ohne Unkraut: worauf es wirklich ankommt

Pflastersteine verfugen ohne Unkraut: worauf es wirklich ankommt

Unkraut in der Pflasterfuge ist kein Sauberkeitsproblem, sondern ein Bauproblem. Es wächst dort, wo die Fuge zu flach gefüllt ist, wo sich Feinmaterial ansammelt und wo Wasser stehen bleibt. Wer die Fuge tief genug und mit dem richtigen Material füllt, hat für mehrere Jahre Ruhe.

Die wichtigste Zahl dabei wird fast nie genannt: Die Fuge muss mindestens 40 Millimeter tief gefüllt sein. Alles darunter hält nicht, egal welches Material Sie einkehren.

Warum in der Fuge überhaupt etwas wächst

Samen brauchen drei Dinge: einen Hohlraum, Feinmaterial zum Wurzeln und Feuchtigkeit. Eine offene Sandfuge liefert alle drei.

Loser Fugensand wird ausgewaschen und verweht. Was nachrutscht, ist Staub, Blütenreste und Erde von den Schuhen. Nach zwei, drei Jahren ist die obere Fugenhälfte kein Sand mehr, sondern ein schmaler Pflanzstreifen. Deshalb kehren viele jedes Frühjahr neuen Sand nach und wundern sich, dass das Unkraut jedes Jahr wiederkommt.

Ein Polymer-Fugenmaterial für Pflasterfugen löst das anders. Es wird trocken eingekehrt, verdichtet und dann bewässert. Dabei bindet es ab und bleibt als zusammenhängender Fugenkörper stehen, statt lose in der Fuge zu liegen. Der Hohlraum verschwindet, das Feinmaterial findet keinen Halt mehr.

Die Fugentiefe entscheidet, nicht die Marke

Vor der Materialfrage steht die Vorbereitung, und hier scheitern die meisten Flächen.

Bei einer bestehenden Fläche muss die alte Fuge raus. Mindestens 40 Millimeter tief freilegen, mit ölfreier Druckluft ausblasen oder auskratzen und aussaugen. Eine Fuge, die nur 15 Millimeter tief gereinigt und dann neu verfüllt wird, hat unten weiter den alten Hohlraum. Sie sackt nach und reißt.

Ist die Fuge tiefer als 40 Millimeter, können Sie sie mit drainfähigem Material vorfüllen. Das spart Fugenmaterial und ändert nichts an der Haltbarkeit.

Der Unterbau muss Wasser durchlassen. Polymer-Fugenmaterial gehört in die ungebundene, drainfähige Bauweise. Steht das Wasser in der Fuge, weil darunter eine dichte Betonplatte liegt, hilft kein Fugenmaterial der Welt.

Welche Körnung zu welcher Fugenbreite gehört

Die Körnung richtet sich nach der Fugenbreite, nicht nach der Steinart:

Fugenbreite Körnung Hinweis
2 bis 7 mm POLYSAND 701 technisch bis 12 mm möglich, ergibt eine feinere Optik
8 bis 30 mm POLYSAND 705 die gröbere Körnung füllt breite Fugen stabiler

Bei gemischten Fugenbreiten auf einer Fläche entscheidet die überwiegende Breite. Wer eine breite Fuge mit feiner Körnung füllt, bekommt eine Fuge, die schneller nachsackt. Passend sortiert finden Sie das Material unter Fugensand für schmale Fugen und Fugensand für breite Fugen.

Die Verarbeitung in vier Schritten

Vier Arbeitsgänge, in dieser Reihenfolge: einkehren, verdichten, abkehren, bewässern.

  1. Einkehren. Das Material trocken auf die trockene Fläche geben und diagonal in die Fugen einkehren. Gebrauchsfertige Produkte müssen Sie nicht anmischen.
  2. Verdichten. Mit einem Rüttler oder durch Einschlämmen nacharbeiten, bis die Fuge wirklich voll ist. Dieser Schritt wird am häufigsten übersprungen und ist der Grund für die meisten Nacharbeiten.
  3. Abkehren. Die Steinoberfläche restlos sauber kehren, bevor bewässert wird. Bleibt Material auf dem Stein liegen, bindet es dort ab. Auf rauen Oberflächen lohnt ein zweiter Durchgang.
  4. Bewässern. Erst jetzt wässern. Dabei bindet das Material ab.
POLYSAND wird mit einem Kokosbesen diagonal über den Plattenbelag in die Fugen eingekehrt
Schritt 1: Das trockene Material wird diagonal über die Fläche in die Fugen gekehrt.
Rüttelplatte verdichtet das eingekehrte Fugenmaterial auf einer Kleinsteinpflasterfläche
Schritt 2: Verdichten mit der Rüttelplatte, bis die Fuge wirklich voll ist.
Pflasterfläche wird nach dem Verfugen mit feinem Sprühnebel aus dem Gartenschlauch gewässert
Schritt 4: Mit feinem Sprühnebel wässern, erst danach bindet das Material ab.

Die Rahmenbedingungen: Objekt- und Lufttemperatur zwischen 8 und 30 Grad, trockene Witterung. Nach etwa drei Stunden ist die Fläche regenfest und begehbar, nach drei Tagen befahrbar.

Wie viel Material Sie brauchen, hängt von Steinformat, Fugenbreite und Fugentiefe ab. Pauschalangaben pro Quadratmeter führen deshalb regelmäßig in die Irre. Rechnen Sie Ihren Bedarf lieber mit den Maßen Ihrer Fläche aus, dafür gibt es den Materialrechner auf der Startseite.

Wann Polymer-Fugenmaterial die falsche Wahl ist

Diese Fälle gehören genannt, bevor Sie bestellen:

  • Dauernässe. Flächen, die dauerhaft nass stehen, sind ungeeignet. Ein Poolrand mit ständiger Spritzwasserbelastung gehört dazu.
  • Wasserundurchlässiger Aufbau. Liegt unter dem Pflaster eine dichte Schicht, fehlt die Drainage.
  • In Mörtel verlegte Steine. Die gebundene Bauweise verlangt eine andere Fuge.
  • Intensive maschinelle Reinigung. Wer regelmäßig mit dem Hochdruckreiniger direkt in die Fuge geht, spült sie aus. Das gilt für jede Fuge, nicht nur für diese.
  • Hohe Verkehrslast. Für den privaten Bereich, Gehwege, Garagenzufahrten und Parkplätze ist das Material ausgelegt. Bei stark befahrenen öffentlichen Flächen prüfen Sie die Nutzungskategorie.

Und eine ehrliche Einordnung: Eine Polymerfuge ist nicht mit einer Mörtelfuge vergleichbar. Sie bindet flexibel ab und bleibt wasserdurchlässig. Das ist im ungebundenen Aufbau genau richtig, macht sie aber nicht zur starren Fuge.

Was die Alternativen leisten

Mit POLYSAND verfugtes Altstadtpflaster mit gleichmäßig gefüllten, hellen Fugen
Eine sauber gefüllte Fuge bleibt geschlossen und lässt Unkraut keinen Raum.
Material Gegen Unkraut Haltbarkeit Wasserdurchlässig
Loser Fugensand kaum, wird ausgewaschen jährliches Nachkehren ja
Fugensplitt etwas besser als Sand nachsacken üblich ja
Polymer-Fugenmaterial dauerhaft, praktisch unkrautfrei mehrere Jahre ja
Fugenmörtel, zementär dauerhaft sehr lange, aber starr meist nein
Salz oder Essig kurzfristig Wochen ja

Zu den Hausmitteln eine klare Aussage: Salz und Essig sind auf befestigten Flächen nicht zulässig. Das Pflanzenschutzrecht verbietet den Einsatz auf versiegelten und teilversiegelten Flächen, weil die Mittel ungefiltert ins Grundwasser gelangen. Bußgelder sind möglich.

Häufige Fragen

Wie lange hält eine Polymerfuge?

Je nach Nutzung, Reinigung und Belastung mehrere Jahre. Danach können einzelne Fehlstellen mit geringem Aufwand ausgebessert werden. Die Fläche muss nicht komplett neu verfugt werden.

Muss ich die Fuge vorher wirklich komplett freilegen?

Ja, bei einer bestehenden Fläche. 40 Millimeter Fugentiefe sind das Minimum. Wer nur die obere Schicht austauscht, verschiebt das Problem um eine Saison.

Was mache ich, wenn Material auf dem Stein abgebunden ist?

Vermeiden lässt sich das durch gründliches Abkehren vor dem Wässern. Ist es passiert, hilft mechanisches Nacharbeiten. Bei rauen Oberflächen ist der Aufwand deutlich höher, deshalb lohnt dort der zweite Kehrgang.

Ist eine Musterfläche nötig?

Bei empfindlichen oder saugenden Steinoberflächen ja. Die Eignung für das konkrete Objekt sollte grundsätzlich an einer Musterfläche geprüft werden, bevor die ganze Terrasse verfugt wird.

Wenn Sie diesen Frühling nicht wieder Fugen kratzen wollen

Dann liegt die Arbeit im Aufmaß, nicht im Material: Fugenbreite messen, Fugentiefe prüfen, Körnung danach wählen. Den Rest erledigt eine sauber gefüllte Fuge für die nächsten Jahre.

Ihren Bedarf rechnen Sie mit dem Materialrechner aus. Welche Körnung und Farbe zu Ihrer Fläche passt, sehen Sie im Sortiment an unkrauthemmendem Fugenmaterial. Bei Fragen zu einem konkreten Belag erreichen Sie uns direkt, wir stellen POLYSAND selbst her.

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