Fugensand, Fugenmörtel, Fugensplitt: was ist was?

Fugensand, Fugenmörtel, Fugensplitt: was ist was?

Für dasselbe Produkt kursieren mehrere Namen, und für unterschiedliche Produkte manchmal derselbe. Wer Fugenmaterial kauft, sollte drei Dinge auseinanderhalten: Fugensand, Fugenmörtel und Fugensplitt sind keine Varianten desselben Materials, sondern gehören in verschiedene Bauweisen.

Die Verwechslung ist teuer, weil ein Material in der falschen Bauweise nicht hält.

Die zwei Bauweisen, an denen alles hängt

Pflaster- und Plattenbeläge werden entweder ungebunden oder gebunden aufgebaut. Ungebunden heißt: Die Steine liegen in Splitt, Wasser versickert, die Fläche bleibt beweglich. Gebunden heißt: Die Steine sitzen in Mörtel, der Aufbau ist starr und meist wasserundurchlässig.

Das Fugenmaterial muss zur Bauweise passen. Eine starre Fuge in einem beweglichen Aufbau reißt, eine offene Fuge in einem starren Aufbau sammelt Wasser.

Fugensand

Loser Quarzsand, der trocken eingekehrt wird. Er gehört in die ungebundene Bauweise, bleibt wasserdurchlässig und lässt sich jederzeit nacharbeiten. Der Nachteil liegt im Wort lose: Er wird ausgewaschen, verweht und bietet Unkraut und Ameisen Angriffsfläche.

Polymerfugensand

Ebenfalls Quarzsand, aber mit einem Bindemittel versetzt. Er wird trocken eingekehrt, verdichtet und gewässert, bindet dabei ab und steht anschließend als zusammenhängender Fugenkörper. Die Fuge bleibt flexibel und wasserdurchlässig, wird aber nicht mehr ausgewaschen.

Für dieses Material sind mehrere Bezeichnungen im Umlauf, die alle dasselbe meinen: polymergebundener Fugensand, kunstharzgebundener Fugensand, Polymer-Fugenmaterial oder auch Polymerfugenmörtel. POLYSAND läuft unter der Bezeichnung PFM, Polymer-Fugen-Material.

Warum „Polymerfugenmörtel" irreführend ist

Der Begriff ist verbreitet und trotzdem unglücklich, denn er legt eine Verwandtschaft zum zementären Mörtel nahe, die es nicht gibt. Eine Polymerfuge ist nicht mit einer Mörtelfuge vergleichbar. Sie bindet flexibel ab, bleibt wasserdurchlässig und gehört ausdrücklich in die ungebundene Bauweise.

Wer einen Mörtel erwartet und eine Polymerfuge bekommt, ist enttäuscht. Und wer eine Polymerfuge in einen Mörtelaufbau einbringt, bekommt eine Fuge, die dort nicht funktioniert.

Fugenmörtel

Zementär oder als Zweikomponentenprodukt auf Epoxidbasis. Er ergibt eine starre, meist wasserundurchlässige Fuge und gehört in die gebundene Bauweise, also zu Belägen, die in Mörtel verlegt sind und über eine geplante Entwässerung verfügen.

Für eine im Splittbett verlegte Terrasse ist er die falsche Wahl. Der Aufbau arbeitet, die starre Fuge reißt.

Fugensplitt

Gebrochenes Gestein statt gerundeter Körner. Die Kanten verzahnen sich, dadurch hält Splitt etwas besser als loser Sand und sackt langsamer nach. Er bleibt aber ein loses Material: Feinanteile sammeln sich mit der Zeit an, und damit kommt der Bewuchs zurück.

Splitt ist die richtige Wahl, wenn die Fuge bewusst offen bleiben soll, etwa bei sehr beweglichen Flächen oder wenn regelmäßig aufgenommen und neu verlegt wird.

Die Übersicht

Material Bauweise Fuge Wasser Bewuchs
Fugensand ungebunden lose durchlässig kommt wieder
Fugensplitt ungebunden lose, verzahnt durchlässig kommt später wieder
Polymer­fugensand ungebunden fest, flexibel durchlässig dauerhaft kaum
Fugenmörtel gebunden starr meist dicht dauerhaft kaum

Welches Material für Ihre Fläche

Prüfen Sie zuerst den Aufbau. Liegen die Steine in Splitt und versickert Wasser, ist die Bauweise ungebunden, und Mörtel scheidet aus. Danach entscheidet der Anspruch: Wer alle ein bis zwei Jahre nacharbeiten möchte, kommt mit Sand oder Splitt aus. Wer Ruhe will, nimmt ein verfestigendes Material.

Für Polymerfugensand gilt dabei eine harte Bedingung: Die Fuge muss mindestens 40 Millimeter tief sein. Was das für Terrassenplatten bedeutet, steht in unserem Beitrag Terrassenplatten verfugen.

Häufige Fragen

Ist Polymerfugensand dasselbe wie Fugenmörtel?

Nein. Beide verfestigen die Fuge, aber auf unterschiedliche Weise und für unterschiedliche Aufbauten. Die Polymerfuge bleibt flexibel und wasserdurchlässig, die Mörtelfuge ist starr und meist dicht.

Was bedeutet polymergebunden oder kunstharzgebunden?

Beides beschreibt denselben Materialtyp: Quarzsand mit einem Bindemittel, das nach dem Wässern aushärtet. Die Begriffe werden im Handel synonym verwendet.

Kann ich Fugensplitt einfach durch Polymersand ersetzen?

Ja, sofern die Fugentiefe stimmt und die Fuge vorher sauber freigelegt wird. Der alte Splitt muss raus, mindestens 40 Millimeter tief.

Woran erkenne ich, ob mein Belag gebunden verlegt ist?

Kratzen Sie an einer unauffälligen Stelle in die Fuge. Lässt sich Material lösen und sitzt darunter Splitt, ist der Aufbau ungebunden. Trifft man auf harten, durchgehenden Mörtel, ist er gebunden.

Wenn Sie im ungebundenen Aufbau Ruhe wollen

Dann ist Polymerfugensand die Materialklasse, die beides verbindet: eine feste Fuge und einen durchlässigen Aufbau. Die Körnung richtet sich nach der Fugenbreite, 701 für 2 bis 7 Millimeter, 705 ab 8 Millimetern. Das gesamte Sortiment gibt es in sieben Farben, hergestellt in Schleswig-Holstein.

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